Mittwoch, 17. Dezember 2014

Mit Youtube reich werden - geht das überhaupt?

Im Rahmen des digitalen Marketingkonzepts welches wir für das Shnit Kurzfilmfestival erstellen, habe ich mich mit der Monetarisierung von Youtube Inhalten via AdSense auseinandergesetzt. Die verschiedenen Vergütungsmethoden sind äusserst interessant, weswegen wir sie euch nicht vorenthalten möchten.

YouTube ist die bekannteste Online-Videoplattform der Welt. Seit 2006 gehört das Portal zum Suchmaschinenbetreiber und Technologiekonzern Google. User können damit kostenlos Videos hochladen und ansehen.

 Geld verdienen mit YouTube

Seit 2009 ist es YouTube-Benutzern möglich, via Google Dienst AdSense Werbeeinblendungen in Form von Bannern und Spots vor dem eigentlichen Video, ihren Video-Content zu monetarisieren. Dies erfolgt über eines von drei möglichen, vom Uploader definierten, Auszahlungsmodell.

a)         Cost per click Modell


Beim Cost per Click (CPC) Modell handelt es sich um das ursprüngliche und erste Vergütungsmodell, das in AdSense angeboten wurde. CPC generiert Einkommen ausschliesslich durch Klicks der Zuschauer auf die Werbeeinblendungen. Die Einblendung von Anzeigen an sich bringt kein Geld ein. Als Vorteil kann hingegen aufgeführt werden, dass eine zielgerichtete Werbeeinblendung einen höheren Effekt erzielen kann. Wer beispielsweise eine Anzeige für eine Fluggesellschaft vor ein Video mit Eindrücken von Reisedestinationen schaltet, erhöht das Klickpotential der Zuschauer massiv.

b)        Cost per mille Modell


Beim CPM Modell (auch als TKP, “Tausender-Kontakt-Preis”, bekannt) erfolgt eine pauschale Vergütung nach 1‘000 Seitenaufrufen, d.h. Klicks auf ein Video. Es eignet sich vor allem für Inhalte, die eine breit gefächerte Zielgruppe ansprechen. Auch wenn die Werbeeinblendungen beim Zuschauer kein Interesse wecken, wird dadurch ein Einkommen generiert. Es ist dadurch leicht gewinnbringend einzusetzen und wird meistens von Content-Publisher genutzt, die ihre Zielgruppe nicht kennen. Aufgrund der geringeren Wirksamkeit wird beim CPM Modell erfolgt in der Regel eine geringere Vergütung des Werbetreibers.

c)         Cost per Engagement Modell


Das CPE Modell generiert ein Einkommen, wenn der Zuschauer mit einer Werbeeinblendung interagiert. Ein typisches Beispiel dabei ist das Verbleiben mit dem Mauszeiger auf einem Werbebanner während ein paar Sekunden, welches sich nach dieser Zeit bildschirmfüllend erweitert. Da vom Zuschauer eine Interaktion erwartet wird, lohnt sich dieses Modell vor allem für zielgerichtete Einblendungen und wird in der Regel entsprechend höher vergütet. Weitere Infos zum Thema. 

Vergütung

Eine exakte Abschätzung des zu erwartenden Einkommens durch Werbeeinblendungen ist aufgrund vieler diverser Einflussfaktoren nicht möglich. So spielen neben dem gewählten Vergütungsmodell folgende Faktoren eine Rolle:

  • Art und Positionierung der Werbeeinblendung (bspw. Banner über dem Video oder daneben oder die sogenannte „Pre-Roll“, ein Werbevideo vor dem eigentlichen Content)
  • Inhalt der Werbeeinblendung
  • Die Zuschauerbindung, d.h. die durchschnittliche Zeit die ein Video angeschaut wird
  • Pre-Roll abbrechbar oder nicht
  • Zahlungsbereitschaft des Werbetreibers
  • Anzahl Abonnenten des Youtube-Kanals


Zudem verbietet Google in den AdSense Nutzungsbedigungen unter Androhung der Vertragsaufkündigung die Veröffentlichung von genauen Vergütungszahlungen, weshalb sich hierzu nur schwerlich Informationen finden lassen. Gemäss diversen Tutorialvideos und Forumseinträgen sind beim CPC-Modell Werte von ca. einem US-Dollar pro 1‘000 Klicks ein guter Orientierungspunkt. Andere Quellen berichten von 0.001 bis 0.005 USD pro Video. Zu beachten ist dabei, dass Auszahlungen erst ab einem Minimalbetrag von USD 100 und die Zahlung immer in der Nordamerikanischen Landeswährung erfolgt. Der Contentpublisher trägt so auch ein gewisses Währungsrisiko.

In jedem Fall wird der Publisher mit 68% des Einkommensentschädigt, während Google die restlichen 32% einstreicht.

Gefahr durch AdBlocker

Eine Gefahr für diese Einkommensquelle geht vermehrt von diversen Werbeblockern aus, die als Plug-in im Browser installiert werden können. Diese Programme blenden automatisch Werbebanner aus und überspringen die Pre-Roll in Youtube Videos. Sind diese aktiv, werden die Views dem Publisher nicht angerechnet und somit auch nicht vergütet.

Um die im Titel gestellte Frage zu beantworten: Ja, man kann mit Youtube reich werden. Der gemäss Businessinsider am besten verdienenden Youtuber PewDiePie verdient im Jahr geschätzt zwischen 825'000 und 8.47 Millionen US-Dollar verdient. Die enorme Spannweite im Einkommen erklärt sich dadurch, dass der Publisher seine Vergütung nicht bekannt gibt bzw. bekannt geben darf und es sich nur um eine Schätzung, hochgerechnet basierend auf den Youtube-Views, handelt. 

Auch wenn sich das tatsächliche Einkommen am unteren Ende der Skala bewegen würde, 800'000 Dollar sind noch immer ein ganz nettes Jahreseinkommen. 

Um es aber soweit zu bringen, ist eine breite Fanbase, geschickte Selbstvermarktung und natürlich das regelmässige Erstellen von interessantem Content zentral. Also immer schön weiterbloggen... ;-)


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