Orange hat eine. upc cablecom auch. Und Swisscom sowieso.
Die Rede ist von einer Online Community, einem virtuellen Ort an dem sich
Kunden, Prospects (also mögliche zukünftige Kunden) und auch sonstig
Interessierte austauschen und unterhalten können.
Die drei eingangs genannten Schweizer Telekomanbieter sind
nur Beispiele einer stetig wachsenden Zahl von Unternehmen, welche die Vorzüge
von Communities für sich entdecken. Doch was ist der Grund für diesen Erfolg?
Um beim Telco-Beispiel zu bleiben: So gut wie alle
Telekommunikationsanbieter betreiben ein Call Center, wo Kunden anrufen, um zu Fragen
zu stellen, sich erkundigen oder beschweren. Ein durchschnittlich langer Anruf
kostet das Unternehmen etwa 10 bis 12 Franken. Bedenkt man, dass bei Swisscom monatlich eine Million Kunden anrufen, kommt man rasch auf eine schöne Summe
Geld. Geld, das die Anbieter lieber einsparen und anderweitig einsetzen würden.
Aber wie vermeiden, dass die Kunden anrufen?
Hier kommen die Communities ins Spiel. Den Kunden wird eine
Plattform geboten, auf der sie sich austoben und Fragen stellen können. Hat das
Unternehmen im Vorfeld genügend Promotionsarbeit (idealerweise via andere soziale
Medien) für die Community geleistet und die kritische Masse an Usern
angesammelt, ist es bloss eine Frage der Zeit ehe die Anfrage von einem anderen
Benutzer beantwortet wird. Viele Community-Lösungen bieten dem Fragesteller die
Möglichkeit eine Antwort als hilfreich zu markieren und anzugeben, dass die
Frage gelöst sei. Community Manager sprechen in einem solchen Fall von einer „direct
deflection“, einem vermiedenen Anruf ans Call Center. Klickt ein anderer
Benutzer eine als gelöst markierte Diskussion an, ist von einer „indirect
deflection“ die Rede. Das Unternehmen braucht nichts mehr weiter zu tun und
lässt die Kunden, die oft aus purem Altruismus anderen Kunden helfen, für sich
arbeiten und spart mit jedem vermiedenen Anruf Geld. Eine gut gemanagte
Community kostet jährlich nur einen Bruchteil wie ein Call Center, bietet aber –
die notwendige Promotions- und Unterhaltsarbeit vorausgesetzt- eine ähnliche
Reichweite. Gemäss Jan Biller, dem Community Manager von Swisscom werden monatlich
rund 700‘000 Besuche verzeichnet. Würde auch nur 1% davon stattdessen Anrufen,
kämen Kosten zwischen 70‘000 und 85‘000 Franken auf sie zu – pro Monat.
Der britische Telco-Anbieter giffgaff treibt es sogar noch weiter: Dort verzichtet man nämlich vollends auf eine Kundendienst Hotline und setzt ausschliesslich auf die Macht der Community und ihrer Mitglieder. Damit haben sie es geschafft, den award für "Most Innovative Community at the Social CRM Customer Excellence" zu gewinnen.
Der britische Telco-Anbieter giffgaff treibt es sogar noch weiter: Dort verzichtet man nämlich vollends auf eine Kundendienst Hotline und setzt ausschliesslich auf die Macht der Community und ihrer Mitglieder. Damit haben sie es geschafft, den award für "Most Innovative Community at the Social CRM Customer Excellence" zu gewinnen.
Daneben stellt eine Community, richtig eingesetzt, auch ein
starkes Tool zur Unternehmenskommunikation dar und ermöglicht es Unternehmen, digitale Marketing-Kanälen wie Facebook von Kundenfragen zu befreien und auf eine dafür
konzipierte Plattform umzuleiten – und andere Kunden für sich arbeiten zu lassen.

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